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1. Mannschaft

Saisonverlauf 1969/70

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Vizemeister! Und doch - das war zu wenig

Vor zwei Jahren noch gestrauchelter Meisterschaftsfavorit der A-Klasse, vor einem Jahr ein Beinahe-Absteiger – quo vadis VfB?

Seit dem Abstieg des VfB aus der Amateurliga in der Saison 1959/60 vor nun 10 Jahren war es das erklärte Ziel der 60er-Jahre, unbedingt in diese Spielklasse zurückzukehren. Drohte nun stattdessen eher gar der Abstieg in die B-Klasse oder ginge es weiter mit der Beliebigkeit irgendwo im Niemandsland der A-Klassentabelle?

Während man nach der Vorsaison im Umfeld des VfB noch um die sportliche Zukunft bangte, machte zur neuen Saison eine Nachricht die Runde, die eine plötzliche Wende in den Diskussionen und neue Hoffnung bedeutete. Vier Spieler sowie der Trainer des Nachbarvereins FC Tiengen haben sich zur neuen Saison dem VfB angeschlossen. Wer sich der Beziehungen der Vereine in der Vergangenheit erinnert, für den kam diese Nachricht einer Sensation gleich. Ein Wechsel von Spielern innerhalb der beiden Vereine hatte man doch bisher tunlichst zu meiden.

Neben > Rudi Haas <, der nach einjährigem Gastspiel wieder zum VfB zurückkehrte kamen der Abwehrspieler Helmut Drobniewska, Jürgen Imhoff, langjähriger Torgarant für den FC Tiengen und "Kuki" Auer, mit dem das Torhüterproblem für den VfB endlich gelöst sein sollte.

Mit neuer Motivation und hohen Erwartungen wurde in die Meisterschaftsrunde gestartet.

Und der VfB legte gleich richtig los. Bedauernswerter Gast zur Saisoneröffnung in der Schmittenau war der FC Zell, Absteiger aus der 2. Amateurliga. Zur Halbzeit lag der VfB nach überlegenem Spiel mit 2:0 vorne, wonach den Gästen der Anschlusstreffer zum1:2 gelang, ehe eine Torlawine über sie hereinbrach. Rudi Haas zeigte, welch spielentscheidender Faktor er für den VfB sein konnte. Seine Spielfreude übertrug sich auf die gesamte Mannschaft, die sich in der zweiten Halbzeit in einen wahren Spielrausch steigerte und ihren Gegner förmlich deklassierte.

1969-70-1.-zell9-1... zu den Spielberichte s. Seite 2

Wann hatte man den VfB zuletzt in der Schmittenau eine so begeisternde Halbzeit spielen sehen?! Würde der VfB die Leistung annähernd konservieren können, wer sollte ihm da die Meisterschaft in dieser Spielklasse streitig machen.

 

Überlegen bestritt der VfB die Vorrunde und wurde unangefochtener Herbstmeister. Die Bilanz: 25:5 Punkte und ein Torverhältnis von 50:16 bei einem 5- bzw. 6-Punkte-Vorsprung zu den nächsten Verfolgern SV Laufenburg und FC Kandern, die man in den Heimspielen mit 2:1 bzw. 3:0 besiegt hatte. Lediglich eine Niederlage war dem VfB zugefügt worden und dies am 6. Spieltag im Auswärtsspiel gegen den SV Blau-Weiß Murg. Diese Begegnungen waren zu jener Zeit nie von besonders freundschaftlichem Charakter geprägt sondern wurden meist sehr "leidenschaftlich" geführt, wie der Spielbericht des Alb-Boten bestätigt:

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Nach der Winterpause begann der VfB so wie er es zu Rundenbeginn getan hatte:

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Alles sprach dafür, dass der VfB an die Erfolge der Vorrunde nahtlos würde anknüpfen können. Was folgte war jedoch eine Niederlage der vermeidbaren Art in einem Heimspiel (1:2 SV Schwörstadt), dem nun plötzlich weitere unerwartete Punktverluste folgten - 4:6 Punkte in 5 Spielen. Der VfB war angeschlagen. Da kam das Rückspiel gegen den FC Zell gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Lieber Leser, Sie erinnern sich – 1. Spieltag: Rudi Haas 3 Tore, 2 Tore je > Bruno Maier < und Horst Mai, 1 x Imhoff und Ips – im Ergebnis 9:1 für den VfB. Die moralische Stütze zur rechten Zeit?

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Der VfB hatte die Tabellenführung an den FC Kandern verloren!

Es folgten knappe 2:1-Siege in den Lokalderbys gegen VfR Horheim und FC Erzingen. Beim SV Laufenburg war die Mannschaft danach chancenlos und verlor nach schlichtweg ungenügender Leistung das Spiel mit 0:3.

Noch einmal hatte der VfB die Möglichkeit, durch einen Sieg beim direkten Konkurrenten das Meisterschaftsrennen doch noch für sich zu entscheiden. Doch auch dieses Spiel und damit die Meisterschaft ging beim FC Kandern 1:2 verloren.

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Wieder einmal war der VfB an sich selbst und den Ansprüchen gescheitert. In der entscheidenden Meisterschaftsphase wurden Punkte „spielend“ leichtfertig verschenkt, der Kampf um die Punkte vernachlässigt. Die Leistung in der Rückrunde war einfach nur noch Mittelmaß und bei 18:12 Punkten schnitten gleich vier Mannschaften in dieser Wertung besser ab.

Die Vizemeisterschaft - das war bei der Ausgangslage zu Beginn der Rückrunde diesmal einfach zu wenig und genau 10 Jahre nach dem Abstieg auch die größte Chance vertan, den Wiederaufstieg in die Amateurliga in den 60er-Jahren doch noch zu schaffen.

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Folgende Spieler bildeten die 1. Mannschaft in der Saison 1969/70:

Torwart "Kuki" Auer - Feldspieler: Jens Döbele,  Helmut Drobniewska, Helmut Ertel, Hans Göppert, Rudi Haas, Hans Huber, Jürgen Imhoff, Arthur Ips, Günther Knobloch, Horst Mai, Bruno Maier, Karl Maulbetsch, Otto Mutter, Rolf Pongratz, Günter Teutsch, Norbert Wünsche und Reinhard Zuber.

Trainer: Keßler

 

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