Verbandspokal: VfB WT A - Bad Dürrheim A 4:3 n.V.
Mit einer überzeugenden Leistung haben sich unsere A-Junioren in einem guten Pokalspiel verdient gegen den Liga-Konkurrenten Bad Dürrheim durchgesetzt. Die zahlreichen Zuschauer sahen ein über weite Strecken schnelles Spiel mit Torchancen auf beiden Seiten. Zehn gebe Karten, eine Zeitstrafe und zwei Strafstöße. Langweilig ist anders.
Wie nicht anders zu erwarten, begann die Partie auf dem Waldshuter Kunstrasen eher vorsichtig. Die ersten Minuten waren beide Teams darauf bedacht, keine Fehler zu machen und ruhig ins Spiel zu kommen. Es zeigte sich schnell, dass der VfB als Aufsteiger durchaus auf Augenhöhe mit dem Gästeteam war und mit der gewohnten Passsicherheit erspielte sich der VfB zunächst eine optische Überlegenheit.
Und dann kam es, wie es kommen musste. Oder besser, wie man es in den beiden vorhergehenden Ligaspielen schon gesehen hatte. Die Offensive des VfB kam in Fahrt und erspielte sich gute Torchancen. Das ist natürlich erfreulich, die Torausbeute lässt allerdings weiterhin zu wünschen übrig. Bis vor das Tor sah das alles sehr gut aus, aber entweder ging der Ball knapp vorbei, versprang im entscheidenden Moment oder wurde vom gegnerischen Torwart pariert.
Nach etwa einer halben Stunde wollten sich das die Gästertrainer nicht mehr mit ansehen und versuchten mit einem Dreifachwechsel neuen Schwung ins eigene Spiel zu bringen. Das gelang auch tatsächlich, die Bad Dürrheimer konnten sich etwas aus der Umklammerung der Waldshuter befreien und ihrerseits auch mehrfach gefährlich vor dem Waldshuter Tor auftauchen. Etwa zehn Minuten vor der Pause ergaben sich nach Eckbällen zwei gute Möglichkeiten, blieben aber ohne Folgen für die Waldshuter. 0:0 zur Pause.
Und nach dem Seitenwechsel ging es dann richtig los. Der VfB spielte weiter offensiv und erspielte sich gute Chancen und die Gäste sorgten hin und wieder für Unruhe im Waldshuter Strafraum. In der 56. Minuten war es dann endlich soweit. Tim Birkenheier brachte den VfB mit 1:0 in Führung. Ohne Zweifel verdient, aber die Führung war nicht von Dauer. Die Gastgeber hatten wohl geistig ein wenig zu lange gejubelt und waren unaufmerksam. Nur drei Minuten später konnte Bad Dürrheim ausgleichen.
Kurz danach eine Schrecksekunde für den VfB. Die Waldshuter Abwehr vertendelte zentral den Ball und Damian Grancher musste Kopf und Kragen riskieren, um den Gästeangreifer aufzuhalten. Bei der Rettungsaktion trat der Stürmer Granacher unglücklich auf das Bein, weshalb der Waldshuter Innenverteiger Minuten später vom Platz musste. Und damit es auch wirklich spannend blieb, verursachte der VfB auch noch einen Strafstoß. Aber der Waldshuter Keeper Fatih Er war rechtzeitig im richtigen Eck und hielt.
Glücklicherweise zeigten sich unsere A-Junioren nicht geschockt und verstärkten die Offensivbemühungen weiter. In der 72. Minute dann eine kuriose Situation. Trainer Nils Mühlenweg zeigt dem Schiedsrichter einen Wechsel an und ruft Tim Birkenheier vom Platz. Da die Auswechselkarte aber noch nicht geschrieben war, musste der Wechsel verschoben werden. Diese "geschenkte" Zeit nutze Birkenheier durchaus sinnvoll: Er erzielte das 2:1.
Jetzt hatte man den Eindruck, dass den Gästen langsam die Kräfte schwinden und der VfB hatte weitere gute Chancen das Spiel durch einen dritten Treffer zu entscheiden. Es kam aber anders. In der 85. Minute ließ Bad Dürrheim unsere Hintermannschaft gar nicht gut aussehen und rettete sich mit dem Ausgleich zum 2:2 in die Verlängerung.
Waldshut blieb dran und hatte das Spiel im Griff, begünstigt auch durch das nun offensichtliche Nachlassen der Kräfte beim Gegner. In der 98. Minute war es dann Mario Astorino, der den VfB erneut in Führung brachte und sieben Minuten später war es erneut Fatih Er, der bei einem Strafstoß im Mittelpunkt stand. Dieses Mal aber als Schütze des 4:2. Damit war das Spiel gelaufen, auch wenn die Gäste in der Schlussminute noch auf 4:3 verkürzten.
Bezogen auf die Spielanteile und die Tormöglichkeiten, darf man von einem verdienten Einzug in die nächste Runde sprechen. Allerdings hatten die Gäste durchaus auch mehrere Möglichkeiten in Führung zu gehen und das Spiel hätte dann ganz anders laufen können. So aber freuten sich die Waldshuter darüber eine weitere Pokalaufgabe gemeistert zu haben und sich gleichzeitig gegen einen Landesligist behauptet zu haben. Klasse Sache.
Nun noch ein Wort zur etwas reißerrischen Einleitung. Zehn gelbe Karten, eine Zeitstrafe und zwei Elfmeter. Das stimmt zwar so, dennoch kann man weder von einer überharten noch einer hitzigen Partie sprechen. Zum Glück, muss man sagen. Denn in den ersten Minuten war es vor allem der Trainerstab beider Teams, der Unruhe ins Spiel brachte. Jeder Pfiff des Schiedsrichters wurde kommentiert und auch zwischen den beiden Bänken gab es verbale Seitenhiebe.
Spätestens ab den B-Junioren haben die Spieler neben den üblichen sportlichen Herausforderungen auch einen massiven Überschuss an Testosteron zu bewältigen. Trainer, Betreuer und zusehende Eltern sollten diese Aufgabe nicht durch permanentes Kritisieren von Schiedsrichter und Gegener zusätzlich erschweren. Natürlich regt man sich auf, wenn der eigene Spieler gefoult wird oder der Schiedsrichter eine Aktion "falsch" bewertet. Aber das darf nicht dazu führen, dass bei jeder Aktion die einen oder die anderen herumbrüllen.
Nach etwa 20 Minuten hatte sich alles wieder beruhigt und am Ende konnte man sich ohne Probleme die Hände reichen. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass sich aus so etwas mehr entwickelt als eigentlich drin ist. Und das will doch niemand.
Beim Pokalfight waren dabei: Fatih Err, Damian Granacher, Patrick Fischer, Eren Öreur, Emanuel Esser, Tim Birkenheier, Jonathan Balsamo, Johannes Garni, Daniel Kasav, Niklas Braun, Gerrit Nickel, Niklas Giannotto, Mario Astorino, Hannes Linke, Aggelos Mitkidis und Gabriel Topka.